Veröffentlichung: 23.12.2011

INFO
Das ist mal ein Statement! Zu einer Zeit, in der zur Begutachtung des Wertes von Musik sehr häufig nur Einschaltquoten, Popularität und andere wirtschaftliche Kriterien etwas gelten um ein„Produkt“ zu bemessen, nennt Michy Reincke sein Album: „Der Name kommt mir nicht bekannt vor“. Und so zeigt das Foto auf der Vorderseite des Covers weder den Titel, noch das Gesicht oder den Namen des Künstlers.
Dabei ist Michy Reincke in der deutschen Popmusik gewiss kein Unbekannter, sondern viel mehr ein interessantes Phänomen und Beispiel für die Haltung, dass es von einer größeren Würde zeugt einer Sache treu zu bleiben an die man glaubt, als einem vermeintlichen Erfolg hinterher zu hasten. Er ist ein lebendiger Unterhalter, der mit seinen Liedern und Auftritten - egal ob mit seiner Band oder dem Akustik-Trio - landesweit ein stetig wachsendes Publikum berührt und immer wieder begeistert. Die Qualität seiner Songs, mit der er seine Zuhörer mit klugen Betrachtungen zum Leben, zur Liebe und der Welt zum Nachdenken anregt oder Lachen bringt, heben ihn deutlich von der herrschenden Skala ab. Michy Reincke ist ein Solitär.
„Der Name kommt mir nicht bekannt vor“ ist großartige, deutschsprachige Erwachsenen-Musik. Auf dem Album paaren sich Rockmusik zeitgenössisch mit dem europäischen Sound der 60er und 70er Jahre und chansonesken Zirkusmusik-Elementen. Es ist eine neue Form von Liedern über neurotische Großstadtro- manzen im Retro-Pop-Stil („Erzähl mir nicht, dass du nur tust was man dir sagt“), kulturkritischer Empörung („Wir fliegen vorbei“), Liebeswahn („Hätt ́ ich in meinem Kopf Hände“) und -glück (Wo man Lieder für sie singt). Eine sofort mitreißende Hymne an seine Heimat („In Hamburg ist das anders“), ein Lied des Trostes („Du brauchst keine Angst zu haben“) und Erinnerungen an erste Riten („Du brennst immer noch ein Loch in mein Herz“) finden ebenso ihren Platz darauf. Es gibt eine Cover-Version des 1968er Songs „Waterloo Road” / „Oh, Champs-Elysées“, bei der Anna Depenbusch den Chor singt und ein Lied als Anwärter auf den kuriosesten Songtitel des Jahres: „Das schönste traurige Mädchen mit der schlechtesten Laune der Welt“.
Darüber hinaus findet man Lieder zum Mitsingen („Nur um dich tanzen zu sehen“,„Lass mich heut Nacht in der Gitarre schlafen“) oder Innehalten („Einfach so“, „Unsichtbare Riesen“). „Popmusik hat für mich neben dem unterhaltenden Aspekt auch immer den des geistigen und seelischen Nutzens.“
Der Musiker, Autor und Produzent Michy Reincke hatte offensichtlich noch nie den Wunsch kategorisierbar zu sein. Dazu finden zu viele Stile in seinen Liedern ein Zuhause. Erfrischend beim Hören des Albums ist die spürbare Freude mit der er die unterschiedlichen Genres verknüpft. Alle Lieder wurden mit den Musikern seiner außergewöhnlichen Band eingespielt, mit denen er seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Zusätzlich verfeinern Streicher-Arrangements, mal orchestral, mal kammermusikalisch, das aktuelle Werk.
02 In Hamburg ist das anders
03 Wir fliegen vorbei
04 Wo man Lieder für sie singt
05 Hätt´ ich in meinem Kopf Hände
06 Du brauchst keine Angst zu haben
07 Nur um dich tanzen zu sehen
08 Du brennst immer noch ein Loch in mein Herz
09 Lass mich heut Nacht in der Gitarre schlafen
10 Himmlische Felder (Oh, Champs-Elysées)
11 Einfach so
12 Unsichtbare Riesen
13 Das schönste traurige Mädchen mit der schlechtesten Laune der Welt
PALAIS SALAM
VÖ: 2010

INFO
„Eigentlich wollte ich nur mal eine Auswahl von eigenen Liedern ganz entspannt und lässig hören. Es sollte ein kleines Album zwischen den „richtigen“ werden. Jetzt ist es fertig und etwas so Schönes geworden, dass man erstmal aufhören könnte Schallplatten zu machen...“
Klingt vielleicht ein bisschen dicke, aber wenn etwas gelungen ist, braucht man auch in Hamburg damit nicht hinterm Berg halten.
PALAIS SALAM ist ein leises, feines Album, das gerne laut gespielt und groß gemacht werden darf. Die Werkschau, die Michy Reincke hier abliefert ist mehr als nur eine Aneinanderreihung seiner populären Lieder, wie z.B. „Taxi nach Paris“ oder „Valérie,Valérie“. Er hat aus all seinen Stücken ausgewählt und Perlen zu Tage gebracht, von deren Schönheit bisher nicht viele wussten.
Es ist das Sentiment und die Haltung die wichtigen Gefühle ernst zu nehmen und der musikalische Humor die Mitsing-Songs von jeglicher Animations-Attitüde zu befreien und die Sache lässig zu nehmen. Das ist eine hervorragende und ausgewogene Mischung für eine Herangehensweise die einen „Palast aus Frieden“ als Ergebnis hat.
Den Einstieg macht ein deutschsprachiges Prince-Cover, das im Original „I could never take the place of your man“ heißt. Michy Reincke macht daraus einen mexikanischen Folklore-Song mit Ohrwurmcharakter. Die andere Fremdkomposition ist das Lied „Heimat“ von Anna Depenbusch. „Die wegen einer großen Scham über ein großes Verbrechen geschundene deutsche Seele, die provozierte, dass nachfolgende Generationen sich am liebsten ausschließlich zu Weltbürgern erklärt hätten, damit sie sich nicht mit ihren angefaulten Wurzeln auseinander setzen mussten – diese Seele ist in dem Lied von Anna, meiner Meinung nach sehr klug und mit großem Trost erkannt worden.“
Der Spaß, den die Musiker beim Einspielen der Aufnahmen gehabt haben, ist deutlich zu hören.
Durch die ruhigen und reduzierten Arrangements irgendwo zwischen Jazz, Folk, Blues, Chanson und Pop angesiedelt, schmachtet das Flügelhorn, schmettern Trompeten, trödeln Mandolinen, verstimmte Banjos und Vibrafone neben Piano und akustischen Gitarren her und lassen viel Platz für eine Stimme, die gute Texte singt. Unterstützt von seinen Musikern hat Michy Reincke in einer sehr entspannten musikalischen Weise seinen Liedern zu neuem Glanz verholfen. „Ich mag es, wenn eine Pop- oder Rockband kracht und scheppert, aber ich war in den letzten Jahren auch oft in kleinerer Besetzung oder solo unterwegs und schätze die Kraft, die durch Einfachheit und Klarheit in der Form entsteht, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt. Mein Publikum hat mich oft darauf angesprochen und sich eine Schallplatte in dieser Art gewünscht. Hier ist sie!“
02. Taxi nach Paris
03. Lied
04. Wär nicht schlecht wenn du da bleibst
05. Sie war´s wert
06. Heimat
07. Valérie, Valérie
08. Hier kommt der Ärger
09. Pop im Radio
10. Niemand kommt so selten vor
11. Schade
12. Nächte über´s Eis
13. Es wär so schön
14. Baby das war´s
15. Mach dein Herz laut
JETZT IST SCHÖN
VÖ: 2009
MACH DEIN HERZ LAUT
VÖ: 2004

02. Alaska
03. Konsequent Hippie
04. Mach dein Herz laut
05. Kann jetzt auch nicht mehr
06. Zu viel von zu wenig
07. Unerreichbar nah
08. Manchmal bist du immer in meinem Kopf
09. Lied
10. Das Vollkommene ist absichtslos
11. Ich will dich
12. Liebe auf ihre Art
13. Der singende Hund
14. Konsequent Psycho
ALBUM
VÖ: 2003

02. Wär nicht schlecht wenn du da bleibst
03. Juni Juli
04. Reeperbahn
05. Valérie, Valérie
06. So schön kann keine Frau sein (Duett mit Regy Clasen)
07. Nächte übers Eis
08. Für immer blond
09. Alles Musik
10. Nach ganz oben
11. Lass mich traurig sein
12. So leicht zu berühren
13. Einmal den Zigeunern hinterher
14. Um die Welt in einem Tag
15. So was vergisst man nicht
16. Verliebt, verliebt, verliebt
17. Romeo & Julia auf der Suche nach dem Ernst des Lebens
18. Niemand kommt so selten vor
19. Möchtest du tanzen?
SEELER
VÖ: 2002
DAS BESTE VON FELIX DE LUXE
VÖ: 2000

02. Taxi nach Paris 2000
03. Einmal werden Träume wahr
04. Im Kopf brennt noch Licht
05. Es war einmal
06. Noch lange nicht genug
07. Blonder Clown
08. Kleines Herz in Not
09. Komm ich in deinen Träumen noch vor
10. Rio am Telefon
11. Blaue Wunder
12. Nur so
13. Bomben auf Hamburg
14. Es kommt ein Tag
15. Immer wieder
16. Hinein ins wilde pralle Leben
17. Nächte übers Eis
18. Bye bye Hollywood
19. Taxi nach Paris 2000
TONSTROM
VÖ: 1999
DAS BÖSE GLÜCK
VÖ: 1993

02. Nur das Ende der Welt
03. Hollywood brennt
04. Wolkenkratzerschuhe
05. Es tut mir leid
06. Sie ist alles
07. Alles für immer
08. Wie wir wirklich sind
09. Ruby
10. Stehend k.o.
11. Du wildes Ding
12. Licht
13. Die letzte Ballade von Felix und Irina
14. Viel zuviel Zeit
15. Laß mich traurig sein
RINTINTIN
VÖ: 1992
PARIS
VÖ: 1991

02. Taxi nach Paris (A Cappella-Version)
03. Nur du
04. Romeo und Julia auf der Suche nach dem Ernst des Lebens
05. Ich träume nicht für Gold
06. Zart ist die Nacht
07. Für immer blond
08. Wenn der Wind sich dreht
09. Du süße Haut
10. Niemand kommt so selten vor
11. So leicht zu berühren
12. Es wär' so schön



